Hiebwaffen

Es gibt verschiedene Waffen, mit denen man sich im Freikampf bei uns üben kann. Die verschiedenen Waffen und Kampfarten stellen wir auf den folgenden Seiten kurz vor. Jede der hier vertretenen Waffen wird als Hiebwaffe eingesetzt, d.h. es sind keine Stiche erlaubt, sondern lediglich Hiebe und Schnitte.

Schwert

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Zunächst einmal beginnt bei uns jeder Anfänger damit, den Umgang mit dem Schwert zu erlernen. Das einhändig geführte Schwert ist die häufigste Waffe auf mittelalterlichen Schlachten und in Turnieren und sollte daher von jedem beherrscht werden. Außerdem eignet es sich hervorragend, um im Anschluss Techniken auf den Saxkampf oder den Säbel anzupassen und ermöglicht das Training mit einer Waffe und der gleichzeitigen Koordination eines Schildes.

Dolch

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Ein Dolch kann entweder als Zweitwaffe neben einem Schwert oder Sax dienen oder als Hauptwaffe eingesetzt werden. Der Dolch zeichnet sich durch eine geringere Reichweite aus. Als Hauptwaffe wird daher im Dolchkampf vor allem auf Nähe zum Gegner und Schnelligkeit gesetzt. Oft wird hier auch mit Körpereinsatz gekämpft, d.h. die Waffenhand des Gegners wird blockiert, sodass eigene Treffer ohne die Gefahr eines Gegentreffers gesetzt werden können. Als Zweitwaffe dient der Dolch meistens als Paradewafffe, weil durch die kurze Reichweite selten Treffer gesetzt werden können, wenn der Gegner ebenfalls eine Klingenwaffe von Schwertlänge hat. Der Dolch kann somit Schläge und Waffen blockieren, um Platz für eigene Treffer zu schaffen.

Sax

SAx

Anstelle eines Schwertes kämpfen einige von uns auch mit einem Sax. Saxe gibt es als Langsax oder Kurzsax. Langsaxe können von der Länge her mit Schwertern, Kurzsaxe mit Dolchen verglichen werden.  Ein Sax hat meistens keine Parierstange und im Verhältnis zu einem Schwert eine veränderte Klingenform an der Spitze. Durch das Fehlen einer Parierstange ergibt sich eine Änderung beim Parieren: Die gegnerische Waffe kann nicht in der Parierstange eingehakt, sondern muss entweder hoch oder tief geblockt werden. Es bietet sich auch an, auszuweichen und schnelle Konterschläge zu setzen, da Saxe meistens einen Gewichtsvorteil vor einem gleichlangen einhändigen Schwert haben.

Axt

Axt

Im Kampf erweist sich die Axt zunächst als überraschend flexibel.  Der Stiel eignet sich je nach Länge hervorragend um Hiebe und Stiche abzuwehren und je nachdem wie lang oder kurz die Axt gehalten wird sind mitunter sehr schnelle Hiebe auf kurze Distanz möglich. Dabei kann man Äxte sehr schnell und unterschiedlich handhaben, sie einhändig oder beidhändig führen und auf mittlere oder kurze Distanz anwenden. Demnach ist mit der Axt ein gänzlich anderer, flexibler Kampf als mit dem Schwert möglich. Der größte Nachteil ist die Reichweite, die im Vergleich zum Schwert in der Regel doch etwas geringer ausfällt und sich häufig kampfentscheidend auswirken kann.  Unter den Axtfunden gibt es auch Äxte mit „Bart“, also vorstehender Schneidefläche. Dieser „Bart“ kann im Kampf wie ein Haken benutzt werden und kann überaus praktisch sein. Die Vorgehensweise eignet sich um etwa gegnerische Waffen zu blockieren oder zu führen oder um sich einzuhaken und dem Gegner die Verteidigung (im wahrsten Sinne des Wortes) zu entziehen – etwa beim Einhaken und aufziehen am gegnerischen Schildrand. Gerade in der Linie kann ein kundiger Axtkämpfer so schnell und kurzfristig eine deutliche Öffnung in der Verteidigung des Gegners verursachen. Diese Taktik birgt aber auch die Gefahr für den Axtkämpfer sich zu verhaken und im schlimmsten Fall die Waffe zu verlieren. Aufgrund der meist geringeren Reichweite ist die Axt in der Linie ansonsten eher passiv-defensiv einzusetzen. Weiterhin muss bedacht werden, dass Äxte durch ihre Kopflastigkeit vor allem bei langer Führung eine ganz erhebliche Wucht beim Hieb entwickeln, die vom Axtkämpfer im Freikampf gedämpft oder abgefangen werden muss um einer etwaigen Verletzungsgefahr beim Gegenüber entgegenzuwirken. Wer mit der Axt kämpft muss sich das immer wieder bewusstmachen. Neben der Bartaxt sind auch Breitäxte (mit langer Schneidefläche) und hammerkopfartige Äxte überliefert.

Säbel

Säbel

Der Säbel unterscheidet sich nicht grundlegend von einem Schwert. Die Trefferzonen und der Einsatz sind identisch. Einzig die Kampfstil ändert sich ein wenig, was der gebogenen Form der Klinge geschuldet ist. Mit einem Säbel neigt man als Kämpfer geradezu automatisch dazu, seine Schläge mehr in Schnitte umzuwandeln, dadurch werden viele Bewegungen fließender und glatter. Darüber hinaus ermöglicht einem die „eingebogene“ Spitze auch Schläge an der Schildkante oder sogar an der Klinge des Gegners vorbei zu führen und so Treffer zu setzen, wo die gerade Klinge eines Schwertes einen Einsatz unmöglich macht.